Aufenthaltserlaubnis

ALLGEMEINE INFORMATIONEN ZUR AUFENTHALTSERLAUBNIS
Ausländer, die mit einem gültigen Reisepass oder Reisedokument in die Türkei einreisen, können sich während ihres Visums oder über die Dauer der Befreiung der Visumspflicht in der Türkei aufhalten. Ausländer, die sich jedoch über die Dauer eines Visums oder einer Befreiung von der Visumspflicht hinaus oder länger als neunzig (90) Tage in der Türkei aufhalten möchten, sind nach dem Gesetz für Ausländer und Internationalem Schutz verpflichtet eine Aufenthaltserlaubnis einzuholen. Die von den zuständigen Behörden ausgestellte Aufenthaltserlaubnis gewährt Ausländern die Möglichkeit, für eine bestimmte Zeit in der Türkei zu leben, und ist für die Schaffung und den Schutz der öffentlichen Ordnung von wesentlicher Bedeutung.
ANTRAG ZUM AUFENTHALTSERLAUBNIS
Die für den Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis erforderlichen Unterlagen bestimmen sich nach der Art der Aufenthaltserlaubnis wobei sich dieser nach dem Zweck des Aufenthaltes und gegebenenfalls nach Art des Visums richtet.
ART DER AUFENTHALTERLAUBNIS
1. Kurzaufenthaltserlaubnis:
Nach dem türkischen Gesetz für Ausländer und Internationalem Schutz Artikel 31/1 kann für die Folgenden aufgezählten Ausländer eine Kurzaufenthaltserlaubnis erteilt werden:
  • Personen, die zu Forschungszwecken einreisen,
  • Personen, die Immobilien in der Türkei besitzen,
  • Personen, die in der Türkei Handelskontakte herstellen oder ein Gewerbe aufbauen wollen,
  • Personen, die an Aus- und Weiterbildungen teilnehmen wollen,
  • Personen, die aufgrund von internationalen Verträgen, deren Partei die Türkei ist, oder im Rahmen von Austauschprogrammen für Schüler oder Studenten für Lehr- oder ähnliche Zwecke einreisen,
  • Personen, die sich aus touristischen Zwecken aufhalten wollen,
  • Personen, die eine medizinische Behandlung erhalten sollen, mit Ausnahme von Trägern von Krankheiten, die als die öffentliche Gesundheit gefährdend eingestuft sind,
  • Personen, die aufgrund gerichtlicher oder behördlicher Entscheidungen in der Türkei bleiben müssen,
  • Personen, die von der Familienaufenthaltserlaubnis zur Kurzaufenthaltserlaubnis wechseln,
  • Personen, die einen türkischen Sprachkurs besuchen wollen,
  • Personen, die durch behördliche Vermittlung in der Türkei Fortbildungen, Forschungen, Praktika und Kursen teilnehmen,
  • Personen, die ihre akademische Ausbildung in der Türkei abgeschlossen haben, wenn sie innerhalb von sechs (6) Monaten nach ihrem Abschluss den Antrag stellen,
  • Personen, die nicht in der Türkei arbeiten, aber die eine Investition, dessen Umfang und Menge vom Präsidenten festgelegt wird tätigen und deren Ehepartner, den minderjährigen oder abhängigen gemeinsamen Kindern des Ehepartners,
  • Staatsbürger der Türkischen Republik Nordzypern.
2. Familienaufenthaltserlaubnis:
Der Zweck dieser Aufenthaltserlaubnis soll die Familienführung sein. Die Familienaufenthaltserlaubnis kann gemäß dem türkischen Gesetz für Ausländer und Internationalem Schutz definierten und im Rahmen des „Unterstützers“ für die Familienangehörigen des Unterstützers erteilt werden. Laut dem türkischen Gesetz für Ausländer und Internationalem Schutz sind Familienangehörige des Unterstützers:
  • Der ausländische Ehepartner,
  • die eigenen oder des Ehepartners abhängigen, minderjährigen oder unterhaltsberechtigten Kinder.
Laut dem türkischen Gesetz für Ausländer und Internationalem Schutz sind Unterstützer:
  • Türkische Staatsbürger,
  • Personen im Sinne des Artikels 28 des türkischen Staatsangehörigkeitsgesetzes mit einer „Mavi-Card“,
  • Flüchtlinge und Personen mit und subsidiärem Schutzstatus,
  • Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis und eines Aufenthaltes in der Türkei von mindestens einem (1) Jahr.
3. Aufenthaltserlaubnis für Schüler oder Studenten:
Ausländern, die in der Türkei an einer Hochschule Studium, oder Graduiertenkolleg abschließen oder promovieren wollen, wird eine studentische Aufenthaltserlaubnis erteilt. Des Weiteren, kann eine Aufenthaltserlaubnis für Studierende gewährt werden, die eine Grund- und Sekundarschulbildung erhalten und deren Pflege und Kosten von einer natürlichen oder juristischen Person getragen werden.
4. Unbefristete Aufenthaltserlaubnis:
Ausländern, die sich ununterbrochen mindestens acht (8) Jahre mit einer Aufenthaltserlaubnis in der Türkei aufhalten kann eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis erteilt werden. Die Voraussetzungen hierzu sind;
  • Kein Sozialhilfeempfang in den letzten drei (3) Jahren,
  • Ausreichendes und regelmäßiges Einkommen um sich oder falls vorhanden, seine Familie zu versorgen,
  • Gültige Krankenversicherung,
  • Keine Gefährdung der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit.
5. Humanitäre Aufenthaltserlaubnis:
Laut Artikel 46 des Gesetzes für Ausländer und Internationalem Schutz kann eine humanitäre Aufenthaltserlaubnis in folgenden Fällen erteilt werden:
  • Wenn es das Kindeswohl erfordert,
  • Wenn trotz einer Ausweisung oder eines Einreiseverbots in die Türkei die Ausreise der Ausländer aus der Türkei nicht durchgeführt werden kann oder wenn die Ausreise aus der Türkei nicht zumutbar oder möglich ist,
  • Solange keine Entscheidung über die Abschiebung des Ausländers getroffen worden ist,
  • Wenn gegen die wegen Abschiebung, Asyl oder Schutzanordnung durchgeführten Handlungen ein Rechtsbehelf eingelegt wird,
  • Während der Abschiebungsmaßnahmen des Antragstellers in das erste Asylland oder ein sicheres Drittland,
  • Wenn Ausländern aufgrund von Notfällen, Schutz des nationalen Interesses oder der öffentlichen Ordnung und Sicherheit die Einreise und der Aufenthalt in der Türkei gestattet werden muss und wenn die Möglichkeit zur Erteilung einer anderen Art von einer Aufenthaltserlaubnis aufgrund Ihrer Umstände ausgeschlossen ist,
  • In außerordentlichen Umständen
6. Aufenthaltserlaubnis für Opfer von Menschenhandel:

Ausländer, die Opfer von Menschenhandel sind oder bei denen starke Indizien dafür vorliegen, dass sie Opfer sein könnten, erhalten von den Gouvernanten eine dreißig (30) tägige Aufenthaltserlaubnis, die es ihnen ermöglicht, sich von den Auswirkungen ihrer Erfahrungen zu befreien und darüber nachzudenken ob mit den zuständigen Behörden kooperiert werden soll.

7. Aufenthaltsverfahren für Diplomatische Korps und deren Familienangehörige

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